Mülheimer Weltdiabetestag informiert über neueste Entwicklungen in der Diabetologie

Hunderte interessierter Besucher haben dem ungemütlichen Novemberwetter getrotzt, um sich beim 2. Mülheimer Weltdiabetestag in der RWE Sporthalle über zahlreiche Themen rund um den Diabetes zu informieren.

Das Thema Diabetes ist wichtiger denn je, denn die Zahl der Diabetes-Kranken wächst unvermindert – in Deutschland, in Europa und weltweit. Die Krankheit ist außer Kontrolle geraten und Diabetes wird als Epidemie eingestuft. Nach den neuesten Informationen nimmt Deutschland mit nun 12 % Erkrankten einen negativen Spitzenrekord in der Europäischen Union ein, wie der Veranstalter, Dr. Benedict Lacner bei der Eröffnung berichtete. Umso wichtiger sind alle Bemühungen, den weiteren Anstieg der Diabeteserkrankungen mit seinen schweren Folgekrankheiten zu stoppen.

Der Mülheimer Diabetestag will dazu beitragen, über die Krankheit aufzuklären und Patienten wachzurütteln, aktiv ihren Diabetes zu managen – und so auch besser mit  ihm Diabetes zu leben.

Eine große Infobörse mit 25 Ausstellern bot Neues zu Blutzuckermessgeräten ebenso wie  zur Hautpflege bei Diabetes oder neuen Produkten zur Wundtherapie. Interessierte konnten sich kostenfrei Blutdruck und Blutzucker messen lassen. Fußvermessungen helfen, die passenden Schuhe zu finden. Alle Aussteller boten individuelle Beratungen und umfangreiches Informationsmaterial, um den Alltag mit dem Diabetes besser zu meistern.

Bürgermeister Püll überbrachte auch in diesem Jahr herzliche Grüße der Stadt Mülheim und wünschte den Besuchern, dass sie mit neuen Erkenntnissen und gestärkt nach Hause gehen.

Betroffene sind nicht allein – an ihrer Seite stehen die Ärzteschaft und Selbsthilfegruppen. Diabetes behandeln ohne Betroffene geht nicht. Ein starker Partner ist der Deutsche Diabetiker Bund als Zusammenschluss von Menschen mit Diabetes. In den zahlreichen Selbsthilfegruppen im ganzen Land bekommen Diabetespatienten Rat und Unterstützung, um besser mit ihrem Diabetes umzugehen. 

Dr. Martin Heidrich vom Ev. Krankenhaus Mülheim referierte zum Thema „Diabetes, der Gefäßkrebs – Handeln statt abwarten“. Sein Vortrag zielte darauf, Patienten zu sensibilisieren, vorsichtiger mit den Gefahren und Komplikationen des Diabetes umzugehen.

Über das eher seltene behandelte Thema „Spezifische Hauptprobleme beim Diabetes“ informierte die Diabetesberaterin Bärbel Röhrig. Ihre dringende Empfehlung lautet,  Diabetespatienten sollen ihre Haut regelmäßig beobachten und bei kleinsten Veränderungen baldmöglichst einen Arzt aufsuchen. Schnell können schwerwiegende Hautveränderungen entstehen, die dann langwierig behandelt werden müssen.

Die Vorteile von sportlicher Aktivität bei Diabetes erläuterte Professor Rainer Windeck vom Mülheimer St. Marien-Hospital: Dazu gehören Kräftigung der Muskulatur, verbesserte Ausdauer, weniger körperliche Beschwerden und ebenso auch positive Stimmung, Selbstvertrauen und Motivation, ein schönes Gruppenerlebnis.

Diabetes bei Männern kann zu Erektionsstörungen führen. Es ist so traurig für Männer. Dieser Artikel kann Ihnen helfen, eine Lösung zu finden, wenn Sie einen Erektionsverlust feststellen.

Auch der Buchautor und Diabetiker Hans Lauber thematisierte Bewegung und Sport als einen wesentlichen Teil seiner Methode: „Fit wie ein Diabetiker – Messen!, Essen! Laufen!“ Denn so hat Lauber sein Übergewicht und seinen Diabetes in den Griff bekommen. Nach einem Jahr war quasi sein Zucker weg. Immer noch misst er einmal täglich seinen Blutzucker, hat sich mittlerweile zum Ernährungsexperten entwickelt und läuft regelmäßig seine Waldrunden.

Der Kinderarzt, Diabetologe und Kinderpsychotherapeut Dr. Egbert Lang beleuchtete die Frage, was ist und was wird durch Diabetes anders, was wird nie wieder so sein wie vorher. Für die erfolgreiche Behandlung eines Diabetes muss sich einiges im Leben, am Lebensstil eines  Diabetikers ändern. Nicht die Kleidung oder der  Wohnstil, aber sicherlich betroffen ist der Tagesablauf, die  Ernährungsgewohnheiten, die Freizeitgestaltung. Insbesondere wenn Werte und Einstellungen ins Spiel kommen, ändert sich einiges und damit auch der Lebensstil. 

Über die nicht so häufigen, aber dennoch für den einzelnen sehr quälenden Folgewirkungen am Magen-Darmtrakt referierte Dr. Philip Hilgard vom Ev. Krankenhaus Mülheimer. Nicht nur die großen Gefäße wie das Herz oder und die kleinen Gefäßen an Nieren oder Augen können durch Diabetes beeinträchtigt werden und zu den bekannten Folgewirkungen wie Herzinfarkt oder Erblindung führen. Auch die Nerven des Magen-Darmtrakts, die sich als  extrem dichtes Nervenfasergeflecht darstellen, können diabetesbedingt erheblich geschädigt werden und erhebliches Leiden verursachen. 

Dr. Benedict Lacner zeigte sich in seinem Abschlussvortrag  „Diabetes quo vadis: Wo geht die Reise hin?“ zunächst auf, dass Betroffene nicht allein sind, sondern in Gesellschaft von Betroffenen aus allen Lebensbereichen – von Miles Davis bis zum Bond-Girl Halle Berry oder dem Mülheimer Hockeyspieler „Calle“ Fischer. Die uralte Erkrankung des „honigsüßen Durchflusses“ kann jeden treffen. Wichtig ist Aufklärung und Vorbeugung zur Vermeidung der chronischen Erkrankung. Vom dem Weltkongress der Internationalen Diabetes-Gemeinschaft brachte der Diabetologe neueste Erkenntnisse für den  Mülheimer Diabetestag mit.